Was vermisst du in der aktuellen Situation?

Dies war eine der Fragen aus dem Bogen, deren Antworten ich mir zumindest zu Teilen schon ausmalen konnte. Beginnen wir aber erst einmal mit einer zusammengefassten Statistik:

An erster Stelle fehlt uns das Treffen von Freunden und Familie.

Denn immerhin sind wir sehr kommunikative Wesen und brauchen einander, das Gespräch und die Nähe. Natürlich haben wir dank des Internets die Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben, aber wie eine(r) von uns richtig bemerkt hat, geht es doch eigentlich um

„Die Menschen.
Telefon oder auch Skype ist nicht wirklich persönlich.“

Was mich auch sehr gefreut hat, ist diese Präzisierung, die manche(r) noch vorgenommen hat. Denn manchmal, wenn Worte nicht ausreichen, da brauchen wir einfach

„Umarmungen von Freunden“

Danach sind es die Reisen, Vereine, Hobbies und andere Events, die wir vermissen.

Klar, Vereinssport und alles andere, das wir gerne zusammen mit der Gruppe machen, bleibt im Moment auf der Strecke. Volleyball, Schwimmen, Tennis, Bogenschießen oder Klarinettenunterricht machen sich gerade rar.

Und ein Event an sich, das kann alles vom sonntäglichen Gottesdienst, bis hin zu einem entspannten Gang zur Eisdiele sein. Vielleicht ein Museumsbesuch oder ein Date im Kino. Wenn ich all unsere Ideen so lese, da merke ich erst, wie unzählbar viele Möglichkeiten wir eigentlich haben. Und selbst jetzt, wo so vieles nicht möglich ist, war mir vermutlich noch kein einziges Mal langweilig.

Verreisen und Urlaub-Machen gehören hier natürlich auch dazu. Es zieht uns in die Ferne – ob sie nun im Wald nebenan oder jenseits des Pazifik angesiedelt ist – und da ist es verständlich, diese Freiheit zu vermissen.

Freiheit und Sorglosigkeit.

Freiheiten fehlen momentan an allen Ecken und Kanten, das spiegelt sich ja zu Teilen auch im ersten Punkt wider. Hier scheint es mir passend, einfach ein paar Zitate anzuführen:

„Die Freiheit,
einfach überall hingehen zu können, wo ich möchte“

„Die Bewegungsfreiheit ohne nachzudenken“

„[Die] Wahl mich entscheiden zu können wohin ich gehe oder reise“

Oder auch weniger auf sich selbst bezogen:

„die Zuversicht anderer“

Alltagsstruktur und Routine sind hilfreich.

Aber mir persönlich fehlen sie nicht, weil ich sie mittlerweile innerhalb des Corona-Rahmens neu konstruiert habe. Es funktioniert super und nach mittlerweile sieben Wochen pendelt sich so etwas wie eine „alternative Normalität“ bei mir ein. Vielleicht geht es dem ein oder anderen von uns mittlerweile auch so. Zum Zeitpunkt der Umfrage fehlte jedoch einer/einem

„generell meine Struktur, die durch das Schulfrei rationalisiert wurde […] und natürlich ein gesunder Biorhythmus“

Und das vermisst auch jemand: Nichts.

„Eigentlich vermisse ich zur Zeit nichts wirklich. Man hat sich umgestellt auf die Situation und genießt die Zeit, weil es geht uns in Deutschland sehr gut im Vergleich zu anderen armen Ländern.“

Das ist natürlich auch schön und unter viel Skepsis, Angst oder Pessimismus eine Sichtweise, die Hoffnung versprüht und in gewisser Weise zum Leben im Moment anregt.

Mir geht es auch so, dass ich nur Weniges vermisse und dankbar sein kann für das, was ich trotzdem noch alles habe!

Das Coverphoto ist von der phänomenalen Bilderseite „unsplash.com„.